Bockerl - das "Höllenabfahrtsgerät"

Schon mal was von einem Bockerl gehört? Nein - na macht nichts, da sind Sie nicht der Einzige! Wenn Sie sich etwas Zeit nehmen und meine Seite durchstöbern, so werden Sie sicher bald schon schlauer sein! Grundsätzlich handelt es sich beim Bockerl um ein Funsport-Gerät, bei dem  drei Räder hintereinander angeordnet sind. Direkt über den Rädern befindet sich die Sitzschale mit dem davor angebrachten Lenker. Dieser dient jedoch nicht wie beim Fahrrad zum Lenken, sondern nur zum Festhalten. Gelenkt wird durch Gewichtsverlagerung. Die Beine werden dann über den Lenker gelegt - die Hände umfassen die Lenkergriffe und jetzt braucht es nur noch einen Berg, der steil genug ist. Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Das Bockerl ist auch noch mit einer hydraulischen Scheibenbremse ausgestattet - wenn es denn doch mal zu schnell werden sollte...

 

Dreirad-Downhill für Furchtlose

Zugegeben, der Gedanke mutet schon etwas bizarr an, sich auf ein etwa 26 cm hohes Dreirad zu setzen, bei dem die Räder auch noch hintereinander angeordnet sind, um sich dann in "halsbrecherischer" Fahrt den Abhang hinab zu stürzen. Der Spaßfaktor dabei ist jedoch riesengroß und jeder, der das mal ausprobiert hat, läuft Gefahr, derart vom Bockerl-Virus befallen zu werden, dass er davon nicht mehr los kommt. Doch eins bitte niemals vergessen. Was zählt, ist der Spaß und nicht das Risiko!!!

 

Fahrspaß für jeden Untergrund

Grundsätzlich kann das Bockerl auf fast jedem halbwegs ebenen Untergrund gefahren werden, solange das Gefälle ausreicht. Auf Asphalt ist naturgemäß der Rollwiderstand geringer, so dass auch Strecken mit geringerem Gefälle fahrbar werden. Zum Einstieg sollten jedoch besser festgefahrene Schotter- und Sandwege benutzt werden, da hier die Füße bei Bodenberührung besser über den Boden rutschen und die Gefahr eines "Abwurfs" nicht so groß ist. Ein Bockerl kann nämlich auch schon mal ganz schön "bockig" werden.

 

Funsport für (fast) Jedermann

Zugegeben, etwas sportlich sollte man schon sein und etwas Gleichgewichtssinn wie beim Roller- oder Radelfahren sollte auch vorhanden sein. Wer aber erst mal seine Scheu überwunden hat und den "Dreirad-Zwerg" unter sich rollen lässt, stellt schnell fest, dass sich das Gefährt mit wachsender Geschwindigkeit zunehmend selbst stabilisiert. Und bei etwa 26 cm über dem Boden kann bei mäßiger Geschwindigkeit auch erst mal nicht viel passieren. Als Schutzkleidung sind für die ersten Rollversuche ein paar Handschuhe zu empfehlen. Bei höheren Geschwindigkeiten sind dann zusätzlich noch ein Paar Knie- und Ellbogenschützer sowie eine Schutzbrille und ein Helm sinnvoll. Robustes Schuhwerk ist auch zu empfehlen, da bei Bodenkontakt der Sohlenabrieb nicht unerheblich ist.

 

Triathlon der besonderen Art

Da sich das Bockerl mit seinen 3 kg Gewicht noch bequem an einen Rucksack schnallen lässt und die geeigneten Bockerlstrecken in den wenigsten Fällen direkt vor der Haustür beginnen,  kann man als erste Disziplin mit dem Bockerl auf dem Rücken zu seiner Abfahrtsstrecke radeln. Das wärmt dann schon mal die Muskeln auf. Als zweite Disziplin kommt dann die Bockerl-Abfahrt. Hier werden dann die Bauch- und Oberschenkelmuskeln gestählt, da man während der gesamten Abfahrt die Füße weitgehend ohne größeren Bodenkontakt über der Strecke halten sollte. Als letzte Disziplin kann man sich dann beim Hochwandern der Abfahrtsstecke wieder von dem "Höllenritt" erholen. Je nach Länge der Abfahrt und Kondition sind natürlich auch mehrere Abfahrten möglich. Im Zuge der Klimaerwärmung und dem damit zunehmend ausbleibendem Schnee in der Eifel eine echte Alternative zum Winter-Rodelvergnügen!